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Evangelische Allianz – ICF – Vineyard
Von Daniel Frey | 28. Juli 2010
Vor ein paar Tagen habe ich die “Mission Aufklärung” des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland vorgestellt. Und ich fragte mich: Wie gehen Freikirchen in der Schweiz – wie beispielsweise ICF oder Vineyard – mit Homosexualität um?
Zusammenfassend lässt sich hier sagen, dass homosexuellen Mitgliedern von Freikirchen eine “sexuelle Umpolung” nahe gelegt wird. So heisst es etwa in einer Schrift der Schweizerischen Evangelischen Allianz: “Die Wirklichkeit des homosexuellen Lebensstils und ihrer Szene ist tragischer und brutaler, als gewisse Veröffentlichungen sie darstellen. Viele homosexuell empfindende Menschen leiden an inneren Zwängen und wollen psychisch weiterkommen. Hier kann sich die christliche Seelsorge nicht entziehen, ohne an Menschen schuldig zu werden.”
Claudio Minder ist nicht nur Mitglied von ICF sondern stand im Jahr 2000 als Mister Schweiz der Öffentlichkeit. Vor Fernsehkameras bezeichnete er Homosexualität als Sünde. Und auch ICF-Sprecher Daniel Linder findet, dass Homosexualität widernatürlich sei.
Auf der Website von ICF habe ich ein Papier zu einer Predigt vom Juni 2009 gefunden. Da steht: “Stell dir vor, du liebst Jesus, möchtest ihm nachfolgen und stellst fest, dass du homosexuell empfindest. Von der Bibel her weisst du genau, dass eine ausgelebte Homosexualität nicht Gottes Plan entspricht, und doch gehen diese Gefühle auch nach Gebet nicht weg …” In diesem Papier wird Homosexualität als eine Frage der Identität wie folgt erklärt: “Homosexuelle Gefühle sind nicht ein sexuelles Problem, sondern die Folge von ungelösten Fragen in der persönlichen Identität”.
‘Niemand will mich haben’ oder ‘Ich bin kein richtiger Mann’ sind zwei persönliche Identitäten, die gemäss ICF aus negativen Erfahrungen mit wichtigen Personen wie Eltern, Geschwister oder Lehrer entstehen können. Und aus dieser “gekrümmten Identität hinaus” – jetzt zitiere ich wiederum aus dem oben erwähnte Papier – “landen wir in Sünde”. Und deshalb “verfallen die einen in eine Pornographie-Sucht, andere lügen, Eifersucht, Minderwert, Stolz oder eben auch homosexuelle Gefühle können die Folge sein”.
Ebenfalls die Mitglieder von Vineyard sind überzeugt, dass Homosexualität mit dem Christentum nicht vereinbar ist. So ruft Vineyard regelmässig Homosexuelle auf, sich durch Gebete in Heterosexuelle zu verwandeln.
Fazit: Auch in der Schweiz gibt es Kräfte – dazu zähle ich beispielsweise auch die beiden Parteien EDU und EVP – die nicht wissen, dass die homosexuelle Identität in frühester Kindheit entsteht und Homosexualität eine Facette der menschlichen Sexualität ist.
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