Spiele!
Von Haldimann Frieda | 28. Juli 2010
Also für die alten Knochen der alten Haldimann Frieda sind die Gay Games wohl nichts (mehr). Obschon …
Nächsten Samstag werden in Köln feierlich die VIII. Gay Games eröffnet. Jeder darf teilnehmen – unabhängig von Fähigkeiten, Alter, sexueller Orientierung, Rasse, Geschlecht, Nationalität, politischer oder religiöser Überzeugung, ethnischer Orientierung oder HIV-Status. Schön! Da gelten die alten Knochen einer alten Zwetschge wohl nicht als Ausrede …
Die Gay Games sind die weltweit grösste Breitensportveranstaltung ohne Zugangsbeschränkungen und gelten als Demonstration der Freiheit für die Rechte aller Menschen, nicht nur für die von Schwulen und Lesben. Die Organisatoren haben dabei aber die Tatsache im Hinterkopf, dass Schwule und Lesben in vielen Ländern dieser Welt verfolgt und zum Teil sogar mit dem Tod bestraft. Gute Gründe also, dass es auch weiterhin eigene Olympische Spiele für Homosexuelle gibt!
Die ersten Gay Games fanden 1982 in San Francisco statt und wurden von Tom Waddell, einem US-Zehnkämpfer der Olympischen Spiele 1968, organisiert. Damals nahmen 1350 Athleten aus zahlreichen Ländern teil. In diesem Jahr werden 12’000 Teilnehmer aus 70 Ländern sowie eine Million Besucher erwartet. Die Sportlerinnen und Sportler starten in 35 Disziplinen.

Aber Tante Frieda wird wohl trotzdem aufs Alter nicht noch sportlich und wird sich stattdessen auf der Website der Spiele Bilder der geilen Sportler angucken … Das verbrennt auch Kalorien!
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Gründe für die Faust im Gesicht
Von Daniel Frey | 27. Juli 2010
“Du Opfer!” – “Du Jude!” – “Du Nazi!” – “Bist du schwul?” … Michael Miersch führt auf “Welt online” vier verbale Möglichkeiten auf, um anschliessend dem Gegenüber die Faust ins Gesicht schlagen zu dürfen.
Selbst hartgesottene Schlägertypen treten meist nicht wortlos zu. Der Mensch ist ein kommunikatives Wesen, und auch die, die sich lieber physisch artikulieren, brauchen ein kurzes verbales Vorspiel. Dabei geht es in erster Linie darum, sich selbst einen Grund zu geben, warum den anderen gleich die Faust ins Gesicht schlägt. Am einfachsten und ehrlichsten sei dabei nach Miersch die Ansprache “Du Opfer”, denn dies wird der Betroffene mit Sicherheit gleich sein. “Opfer” als Schimpfwort ist mittlerweile bis auf die Schulhöfe der Gymnasien vorgedrungen und macht dem Schimpfwort “schwul” Konkurrenz.
“Bist du schwul?” ist für Miersch aber die “klassische Ouvertüre zum Schlagen und Treten”. Dabei die Frage “natürlich nicht ernst gemeint”, sondern “rein rhetorisch” gemeint ist. Dabei fallen in die Kategorie “schwul” alle männlichen Wesen, die “Schlägereien vermeiden möchten und mehrere grammatikalisch richtige Sätze hintereinander sprechen können”. Homosexuelle zu verprügeln diene übrigens “der sittlichen Erbauung und stärke die Selbstvergewisserung”. Denn, meint Miersch abschliessend, “man selbst hat ja keinesfalls irgendetwas mit diesen Perversen zu tun” habe.
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Ich bin Frieda, Haldimann Frieda
Von Haldimann Frieda | 26. Juli 2010
Ich bin nicht mehr die jüngste Zwetschge – knapp über 60 – aber mein jugendlicher Lover hält mich jung. Und deshalb versuche ich mich nun auch als Bloggerin hier auf 1897. Per sofort werde ich auf dieser Website meine Gedanken zur queeren Szene wiedergeben …
Gerade heute habe ich im Tram ein eigenartiges Telefongespräch ungewollt mitbekommen. Da hat ein Mann – wohl knapp 40 – mit seinem Sohn telefoniert, der gerade seine Ferien in einem Lager verbringt. Wahrscheinlich hat der Junge Heimweh und wollte wieder nach Hause. Jedenfalls erklärte ihm den Vater viel zu laut, dass er doch kein Weichei sei, deshalb nicht weinen dürfe. Oder ob er vielleicht nach Hause kommen wolle und wie ein Baby mit Murmeln spielen und viellleicht sogar mit den Puppen seiner Schwester?
Läck, habe ich mich über diesen Vater aufgeregt. Zu gerne hätte ich ihm meine Meinung gesagt. Aber ich bin halt auch ein Weichei. Aber ich bedaure den Kleinen. Man stelle sich vor: Der arme Kerl, wenn er irgendwann merken sollte, dass er auf Jungs steht und seinem Vater dies erklären muss.
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Ein Gräuel ist es!
Von Daniel Frey | 24. Juli 2010
Die Mitglieder der Gruppe “Wüstenstrom” – mit einem Ableger in der Schweiz – sind überzeugt, dass Homosexualität Ausdruck einen Traumas sei und suchtartige Züge annehmen kann … Zum Glück aber sei Homosexualtiät nicht genetisch bedingt und deshalb “heilbar”. Und grad wie ein Alkoholiker müsse ein Schwuler lebenslang gegen seine Neigung kämpfen.
Und wie so oft wird auch hier mit der Bibel argumentiert: “Bei einem Mann sollst du nicht liegen wie bei einer Frau. Ein Gräuel ist es.” Aber auch der 1961 verstorbene Psychiater Carl Gustav Jung wird “herbeigezogen”, für den Schwule schlicht verhaltensgestört waren. Tatsache allerdings: Sogar die Weltgesundheitsorganisation WHO sagt heute, dass Homosexualität nicht als Störung anzusehen sei. Die WHO hat Homosexualität 1992 aus dem Katalog der Krankheiten gestrichen …
Therapie- und Umpolungsangebote sind für Lesben und Schwule eine Beleidigung und eine Zumutung. Sie sind nicht nur gefährlich oder antiquiert, sondern auch unwissenschaftlich. Darin wissen wir uns mit den wirklichen Sachverständigen aus Psychiatrie und Psychologie, aus Sexualwissenschaft und Pädagogik einig. Sie stimmen darin überein, dass die homosexuelle Identität schon in frühester Kindheit entsteht. Homosexualität ist eine Facette der menschlichen Sexualität. Nicht mehr und nicht weniger.
Evangelikale, fundamentalistische Organisationen, die behaupten, Homosexualtiät sei therapierbar und dabei die Nöte von jungen Menschen und die christlichen Werte zur Verbreitung homophober Ideologie nutzen, sind aber noch immer Tatsache. Um Umpolungsangeboten entgegenzutreten und aufzuklären hat der Lesben- und Schwulenverband Deutschland die “Mission Aufklärung” gestartet. Dabei versteht sich die “Mission” als Netzwerk und will nicht nur gegen religiös begründete Diskriminierung von Homosexuellen vorgehen, sondern auch Betroffenen, etwa homosexuellen Christen, die in die Fänge von “Umpolern” geraten sind, Alternativen und Möglichkeiten des Ausstiegs aufzeigen.
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Die Parade in Warschau
Von Daniel Frey | 17. Juli 2010
Heute Nachmittag gegen 14 Uhr meldet der deutsche Politiker Volker Beck via Twitter aus Warschau: “Polizei kesselt 100 Neonazis ein. Eier fliegen. Schilder ‘Stop Homo’.”
Und gegen 15 Uhr meldet ebenfalls via Twitter die Website GGG.at: “Faule Eier und Rauchbomben: 2000 Polizisten im Einsatz gegen 5 Gegendemos.”
Die ersten Meldungen aus Warschau klangen Besorgnis erregend: Denn erste Proteste gab es schon vor dem Start der Parade, als rechtsradikale und nationalistische Kräfte gegen die EuroPride demonstrierten.
Kurz nach 17 Uhr wittert Stephan Locher: “Nach einem aufregenden Start war die EuroPride einfach nur schön”.
Fazit: Die EuroPride in der polnischen Hauptstadt war prinzipiell friedlich und unterm Strich zeigte sich: Die radikalen Gegendemonstranten sind in Polen nur eine Minderheit …
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Gegendemos in Warschau angekündigt
Von Daniel Frey | 16. Juli 2010
Erstmals findet die EuroPride in Osteuropa statt. Morgen Samstag soll die Parade quer durch die polnische Hauptstadt Warschau führen – und die Gegner sind ebenfalls in den Startlöcher: Insgesamt sind fünf Gegendemonstrationen geplant.
Die von nationalistischen und ultrakatholischen Gruppen geplanten Gegendemonstrationen tragen nette Titel wie “Protest gegen die Beleidigung religiöser Gefühle und Propaganda für unmoralisches Verhalten” und “Demonstration gegen die Werbung für Perversionen”.
Zusätzlich zu den geplanten Gegendemonstrationen haben 55’000 Menschen mit ihrer Unterschrift bei der Stadtverwaltung ein Verbot der Parade verlangt. Sie stelle eine “Gefahr für die öffentliche Moral” dar, heisst es im Text zur Unterschriftenaktion. Die Initiatoren erklären in dem Begleitschreiben auch, Homosexualität sei eine Krankheit, mit der sich Kinder infizieren könnten.
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Absurde römisch-katholische Kirche
Von Daniel Frey | 16. Juli 2010
Seit 2004 findet jeweils während der traditionellen Pride in Zürich auch ein ökumenischer Gottesdienst für Schwule und Lesben statt. Nun hat die Bistumsleitung in Chur die Beteiligung der römisch-katholischen Kirche verboten, sie sei “im Kontext eines solchen, doch eher propagandistisch gemeinten Festivals unerwünscht”.
Mit tiefem Bedauern und grosser Verärgerung nehmen die Organisatoren des Zürich Pride Festival den Entscheid des Churer Bischofs zur Kenntnis. Der Verein schreibt in einer Medienmitteilung: “Der Anteil an katholischen Christinnen und Christen in unserer Community ist gross und wir waren stolz darauf, dass wir an unserer Veranstaltung auch einem Leben aus dem Glauben gerecht werden konnten”.
Die Homosexuellen Arbeitsgruppen Zürich (HAZ) fordern den Churer Bischofsrat auf, den Entscheid zu widerrufen und sich für diese offene Ausgrenzung zu entschuldigen. Die HAZ finden es absurd, dass gerade “dasjenige weltweit tätige Unternehmen mit dem höchsten Homosexuellen-Anteil an der Belegschaft zum Mittel der Diskriminierung greift”.
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Weiterhin keine schwulen Blutspender in den USA
Von Daniel Frey | 12. Juli 2010
Schwule bleiben (auch) in den USA weiterhin vom Blutspenden ausgeschlossen. Ein Ausschuss des Gesundheitsministeriums hat beschlossen, dass das Verbot – das seit 1977 gilt – nicht aufgehoben wird.
Von der Blutspende werden Männer ausgeschlossen, welche mindestens einen homosexuellen Kontakt gehabt haben. Der aktuelle Entscheid hat bei verschiedenen Organisationen Unverständnis verursacht. So übrigens auch beim amerikanischen Roten Kreuz, das ein Ende des Blutspende-Verbots unterstützt hat.
Auch in der Schweiz gilt diese diskriminierende Praxis. Auf dem Fragebogen für Blutspender wird nach “sexuellen Kontakten unter Männern seit 1977″ gefragt, und wer hier ehrlich antwortet, ist durchgefallen. Er gehört zu einer Risikogruppe und darf nicht spenden.
Egal ist dabei, ob der schwule Blutspender seit Jahren in einer festen Partnerschaft lebt oder seit mehr als einem Jahr nur mit einem Partner verkehrte. Dabei ist doch eigentlich logisch, dass monogam lebende Schwule genauso wenig eine Gefahr für die Gesundheit von Blutempfängern sind wie monogam lebende heterosexuelle Männer.
Aus der Sicht von uns Schwulen ist dabei klar, dass Blutspender mit wechselnden Sexualkontakten vor einer Spende durch die zuständigen Ärzte kritisch bewertet werden müssen. Schliesslich geht es um die Gesundheit der Blutempfänger. Diese kritische Beurteilung muss aber für alle Spender gelten, unabhängig davon ob sie homosexuell oder heterosexuell leben.
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Erste Razzia gegen Schwule in der Schweiz
Von Daniel Frey | 9. Juli 2010
Die Website schwulengeschichte.ch erzählt viele eindrückliche Geschichten über die Geschichte von uns Schwulen. So auch über die “Aktion Punkt” der Zürcher Polizei …
In der Nacht auf den 2. Juli 1960 schlug die Polizei in Zürich mit einem Grosseinsatz zu: Bekannte Lokale, die als Schwulentreffs galten, wurden blitzartig überfallen und die anwesenden Gäste in Kastenwagen zur Hauptwache geführt, befragt und registriert. In den Anlagen am Seebecken dauerte es länger, bis alle Gebüsche durchkämmt und die Parkgänger ebenfalls abgeführt waren.
Die Zeitungen berichteten von 174 Eingebrachten und 200 im Einsatz stehenden Polizisten. Der zuständige Stadtrat orientierte an einer Pressekonferenz. Mit wenigen Ausnahmen gab es nur zustimmende Kommentare. “Die Aktion hat überall grosse Genugtuung ausgelöst” stand in der damaligen TAT.
Vorausgegangen war eine beispiellose Pressehetze gegen Homosexuelle und Stricher, welche nach zwei Milieumorden durch minderjährige Strichjungen 1957 begann und sich über die beiden Mordprozesse, wo die Opfer zu Tätern gemacht wurden, mehr und mehr steigerte. Schlagzeilen wie “Zürich, internationaler Treffpunkt von Homosexuellen und Strichern” und Forderungen nach “hartem Durchgreifen” gehörten zum Tenor von Überschriften, Kommentaren und Leserbriefen.
>Details zu heute fast nicht mehr vorstellbaren Ausgrenzungen
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Zu jung, um schwul zu sein?
Von Daniel Frey | 9. Juli 2010
Diese Frage stellt sich in einem interessanten Artikel die Website dbna.de, ein schwules Jugendmagazin, das vom Verein “du bist nicht allein” getragen wird.
“So jung und du weisst wirklich schon, dass du schwul bist?” Wer sich in jungen Jahren outet, der kriegt diesen Satz offenbar oft zu hören.
Interessant im Zusammenhang mit diesem Artikel eine Onlineumfrage. 47 Prozent geben hier an, zwischen 12 und 14 gemerkt zu haben, dass sie schwul sind. 29 Prozent waren zwischen 15 und 17 Jahre alt. 15 Prozent waren jünger als 12 und nur gerade 7 Prozent waren zwischen 18 und 20.
Interessant wäre in diesem Zusammenhang nun noch zu wissen, in welchem Alter die schwulen Jugendlichen dann auch tatsächlich das Coming-Out schaffen und offen zu sich stehen können.
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